Digitalpiano oder Keyboard — worin unterscheiden sie sich?

person Geschrieben von: Black Hawk Music Auf:

Keyboard und Digitalpiano sehen ähnlich aus, dienen aber verschiedenen Zwecken. Wir erklären die Unterschiede bei Tastatur, Umfang, Pedalen und Verstärkung und sagen, wann welches passt.

Das ist eine der häufigsten Fragen von Menschen, die ihr erstes Tasteninstrument kaufen. Beide Geräte haben Tasten, beide spielen über Lautsprecher, und der Preisunterschied kann das Doppelte betragen. Woher rührt dieser Unterschied also, und lohnt der Aufpreis?

Die kurze Antwort: Es sind Instrumente für verschiedene Aufgaben. Das Keyboard ist ein Arrangerinstrument, das Digitalpiano das Gegenstück zum akustischen Klavier. Nachstehend fünf Unterschiede, die wirklich zählen.

1. Tastenzahl und Umfang

Ein typisches Keyboard hat 49, 54 oder 61 Tasten. Ein Digitalpiano hat 88 — also den vollen Umfang des akustischen Instruments.

Bei einfachen Melodien genügen 61 Tasten. Das Problem entsteht bei der Klavierliteratur, wo der Komponist die äußersten Register nutzt. Wer auf einer verkürzten Tastatur spielt, stößt früher oder später auf ein Stück, das sich schlicht nicht ausführen lässt.

Alle Pianos der Reihe Versoni — vom V5WN bis zum V11B — haben die vollen 88 Tasten.

2. Die Tastenmechanik — der größte Unterschied

Die Tasten eines Keyboards sind meist leicht und gefedert. Sie drücken sie mit geringer Kraft, und unter dem Finger spüren Sie einen Widerstand ähnlich der Computertastatur.

Beim Digitalpiano setzt die Taste Widerstand entgegen. Bei Konstruktionen mit Hammermechanik arbeitet unter der Taste ein Gewicht, das das Verhalten des auf die Saite treffenden Hammers nachbildet. Die tiefen Töne sind schwerer, die hohen leichter — genau wie am akustischen Instrument.

Das ist keine Frage des Komforts, sondern des Lernens. Die Finger bauen Kraft und Kontrolle an einem Widerstand auf, den das Keyboard nicht bietet. Der Wechsel vom Keyboard zum akustischen Klavier fällt deshalb oft schmerzhaft aus.

Im Angebot zeigt sich der Unterschied zwischen den Modellen: V5N hat eine halbgewichteteTastatur, das V9N, V10NB und das V11B eine gewichtete mit Hammermechanik.

3. Pedale

Das Keyboard hat meist eine Buchse für ein Sustainpedal, und das Pedal selbst muss dazugekauft werden. Das Digitalpiano hat eine feste Pedaleinheit mit drei Pedalen: Sustain, Soft und Sostenuto.

Das Sustainpedal taucht in Noten sehr früh auf — praktisch ab dem ersten Lernjahr. Ohne es klingt ein guter Teil des Repertoires trocken und unvollständig.

4. Verstärkung

Keyboards sind als tragbares Gerät ausgelegt und haben daher kleinere Lautsprecher. Ein Digitalpiano steht an einem Platz, sodass der Konstrukteur sich ein größeres Gehäuse und ein stärkeres System leisten kann.

In der Reihe Versoni sind das 2 × 10 W im Modell V5 sowie 2 × 12 W mit einem DSP mit 16 × 24 Bit in den Modellen V9, V10 und V11. Zu hören ist das vor allem im Bass und im ruhigen Ausklingen beim leisen Spiel.

5. Der Satz an Klängen und Begleitungen

Hier liegt der Vorsprung oft beim Keyboard — und das ist seine eigentliche Spezialität. Ausgebaute Styles, automatische Begleitungen und Hunderte Klangfarben dienen dem Arrangieren und dem Unterhaltungsspiel.

Auch das Digitalpiano hat diese Funktionen, wenn auch mit anderer Gewichtung. Versoni bietet 127 Klangfarben, die Zahl der Begleitungen hängt vom Modell ab: 206 im V5NB und 160 in V9, V10 und V11. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem Flügelklang und der Arbeit der Tastatur.

Wann das Keyboard die bessere Wahl ist

  • wenn das Instrument tragbar sein soll — für Proben, Reisen, die Band,
  • wenn das Hauptziel Unterhaltungsspiel mit automatischer Begleitung ist,
  • wenn das Budget wirklich klein ist und es darum geht zu prüfen, ob ein Kind Interesse entwickelt,
  • wenn der Platz für ein Instrument von 130 cm Breite fehlt.

Wann ein Digitalpiano zu wählen ist

  • wenn Sie Unterricht bei einer Lehrkraft oder eine Musikschule planen,
  • wenn Ihnen an einer Technik liegt, die sich auf das Spiel am akustischen Instrument überträgt,
  • wenn Sie Klavierliteratur spielen wollen und nicht nur Melodien,
  • wenn das Instrument über Jahre im Haus bleiben soll.

Häufiger Fehler: Keyboard „zur Probe", Piano „später"

Diese Strategie klingt vernünftig, hat aber einen Haken. Ein Jahr Spiel auf einer leichten Tastatur festigt Gewohnheiten, die später korrigiert werden müssen — man gewöhnt sich an den fehlenden Widerstand und schlägt zu flach an.

Steht fest, dass das Ziel das Klavierspiel ist, ist es sinnvoller, gleich ein Instrument mit voller Tastatur zu wählen, auch in der Grundausführung. Das Piano V5WN bietet 88 Tasten, drei Pedale und volle Anbindung zu einem Preis nahe dem eines besseren Keyboards.

Zusammenfassung

Keyboard und Digitalpiano konkurrieren nicht miteinander — sie antworten auf verschiedene Bedürfnisse. Geht es um das Erlernen des Klavierspiels, ist die Wahl eindeutig: volle Tastatur, eine Mechanik mit Widerstand und drei Pedale.

Alle Modelle mit ihren Angaben vergleichen Sie in der Abteilung Digitalpianos.

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