Kann ein Digitalpiano ein akustisches Klavier ersetzen?

person Geschrieben von: Black Hawk Music Auf:

Ein ehrlicher Vergleich: Klang, Tastatur, Stimmkosten, Lautstärke, Platz und die Möglichkeit, mit Kopfhörer zu üben. Wo das Digitalpiano gewinnt und wo das akustische unerreicht bleibt.

Diese Frage stellt sich fast jeder, der ein Instrument für zu Hause kaufen will. Die Antwort hängt davon ab, was „ersetzen" genau heißen soll — denn in manchen Anwendungen ist ein Digitalpiano schlicht besser, in anderen bleibt das akustische außer Reichweite.

Zerlegen wir es in seine Bestandteile.

Klang

Ein akustisches Klavier erzeugt den Klang körperlich: Der Hammer trifft die Saite, die Schwingungen gehen auf den Resonanzboden über, und der gesamte Korpus des Instruments arbeitet. Der Klang breitet sich im Raum aus dem ganzen Körper aus.

Ein Digitalpiano gibt einen aufgenommenen Klang über Lautsprecher wieder. Selbst sehr gute Samples und ein starkes System bilden nicht vollständig ab, wie ein hölzerner Kasten im Zimmer mitschwingt.

Schluss: in der Kategorie des reinen Klangs gewinnt das akustische Instrument. Zwei Einschränkungen gehören allerdings dazu. Erstens klingt ein durchschnittliches, verstimmtes akustisches Klavier aus einer Kleinanzeige schlechter als ein gutes Digitalpiano. Zweitens ist die Güte des Klangsystems bei Digitalpianos sehr verschieden — in der Reihe Versoni haben die Modelle V9N, V10NB und V11B eine Verstärkung von 2 × 12 W mit DSP 16 × 24 Bit, deutlich stärker als die 2 × 10 W im V5N.

Die Tastatur

Hier ist der Unterschied kleiner, als gemeinhin angenommen — vorausgesetzt, wir sprechen von einem Instrument mit Hammermechanik. Eine solche Tastatur bildet das Wirkprinzip des akustischen Instruments ab: Unter der Taste bewegt sich ein Gewicht, keine Feder.

Eine Pianistin spürt den Unterschied, besonders bei schnell wiederholten Tönen und im feinen Führen der Stille. Ein Schüler in den ersten Lernjahren — praktisch nicht.

Unterhaltskosten

Das ist das Argument, von dem Käufer eines akustischen Instruments oft zu spät erfahren.

  • Ein akustisches Klavier verlangt Stimmen, meist ein- oder zweimal im Jahr. Das ist ein fester, wiederkehrender Kostenpunkt.
  • Es reagiert auf Luftfeuchte und Temperatur. Trockene Luft im Winter kann ihm schaden, weshalb mitunter ein Luftbefeuchter nötig wird.
  • Von Zeit zu Zeit braucht es eine Regulierung der Mechanik und Intonation.
  • Der Transport ist eine eigene Unternehmung und ein eigener Kostenpunkt.

Ein Digitalpiano verlangt überhaupt kein Stimmen. Es reagiert nicht so auf Luftfeuchte, dass sich der Klang änderte. Ein Umzug ist meist Sache zweier Personen.

Schluss: hier gewinnt das Digitalpiano entschieden.

Lautstärke und Nachbarn

Ein akustisches Instrument lässt sich nicht leiser stellen. Man kann sanfter spielen, doch das Instrument füllt stets die Wohnung und ist bei den Nachbarn zu hören. Im Mehrfamilienhaus ist das eine reale Grenze — abends zu üben fällt aus.

Ein Digitalpiano hat eine Lautstärkeregelung und einen Kopfhörerausgang. Das ändert die Arbeitsweise: Man kann um 23 Uhr üben, wenn das Kind schläft, oder morgens vor der Arbeit.

Die Modelle V9, V10 und V11 haben zwei Kopfhörerausgänge, was Lehrkraft und Schüler dasselbe hören lässt, ohne das Haus zu wecken.

Schluss: für die meisten Menschen im Mehrfamilienhaus ist das das entscheidende Argument.

Platz

Ein akustisches Klavier wiegt meist 200–250 kg und verlangt eine durchdachte Aufstellung — nicht am Heizkörper, nicht im Zug, am besten an einer Innenwand.

Ein Digitalpiano ist leichter und flacher. Die Modelle V5N und V9N messen 132 × 28 × 80 cm, passen also dorthin, wo ein akustisches nicht hineinginge.

Es gibt auch Konstruktionen, die für begrenzten Raum entworfen sind. V11B verwandelt sich nach dem Einschieben der Tastatur in ein Möbel mit voller Arbeitsfläche, das als Schreibtisch dienen kann — das Instrument nimmt nicht länger Platz „nur zum Spielen" ein.

Funktionen, die das akustische Instrument nicht hat

  • Aufnahme des eigenen Spiels,
  • ein Metronom im Instrument,
  • Bluetooth Audio — Spiel zum Playback vom Handy über die Lautsprecher des Pianos,
  • Bluetooth MIDI und USB MIDI — Zusammenspiel mit Lern-Apps und Musikprogrammen,
  • Wechsel der Klangfarbe — vom Flügel bis zu Orgel und Streichern,
  • Transposition und Begleitungen.

Wann sich ein akustisches Instrument lohnt

  • wenn Sie fortgeschrittenes Repertoire spielen und Ihnen an der vollen Resonanz des Instruments liegt,
  • wenn Sie ein Haus oder eine Wohnung haben, in der die Lautstärke kein Problem ist,
  • wenn Sie zum Stimmen und zur regelmäßigen Pflege bereit sind,
  • wenn das Instrument auch ein Einrichtungsstück von bestimmtem Charakter sein soll.

Wann das Digitalpiano die bessere Wahl ist

  • wenn Sie im Mehrfamilienhaus wohnen und zu verschiedenen Zeiten üben,
  • wenn Sie keine laufenden Stimmkosten wollen,
  • wenn Sie Kopfhörer, Aufnahme oder Arbeit mit Apps brauchen,
  • wenn der Platz begrenzt ist,
  • wenn Sie das Instrument zum Beginn des Lernens kaufen und keine große Investition riskieren wollen.

Zusammenfassung

Ein Digitalpiano ist keine schlechtere Fassung des akustischen — es ist ein anderes Instrument, das manches schlechter und manches erheblich besser macht. Zum Lernen, zum Üben in der Wohnung und zum täglichen Spiel zu Hause ist es heute eine durchaus sinnvolle Wahl, sofern es Hammermechanik und eine ordentliche Verstärkung hat.

Die Spezifikationen aller Modelle prüfen Sie in der Abteilung Digitalpianos.

Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Januar Februar März April Kann Juni Juli August September Oktober November Dezember