Digitalpiano fürs Kind — worauf achten, um es nicht abzuschrecken?
Ein Kind gibt das Spiel selten aus Mangel an Begabung auf. Weit häufiger liegt es an einer zu schweren Tastatur, der falschen Bankhöhe oder fehlenden Kopfhörern. Ein praktischer Ratgeber für Eltern.
Wenn ein Kind nach einigen Monaten aufhört zu üben, suchen Eltern die Ursache meist in der Motivation oder bei der Lehrkraft. Dabei liegt das Problem sehr oft am Gerät — und zwar an Dingen, die im Laden niemand erwähnt hat.
Es folgt, was wirklich darauf wirkt, ob sich das Kind morgen ans Instrument setzt.
Eine Tastatur, die nicht ermüdet
Ein Kind von 6 bis 10 Jahren hat schwache Finger. Eine Tastatur mit vollständiger Hammermechanik kann für es schlicht zu schwer sein — nach einer Viertelstunde ermüdet die Hand, und das Üben wird zur körperlichen Anstrengung.
Andererseits schult eine ganz leichte, gefederte Tastatur nichts. Das Kind hat keine Möglichkeit, den Unterschied zwischen leisem und lautem Spiel zu spüren.
Ein vernünftiger Mittelweg ist eine halbgewichtete Tastatur — sie setzt genug Widerstand entgegen, um Dynamik zu schulen, aber nicht so viel, dass sie abschreckt. Eine solche haben die Modelle V5N, V5WN und V5NB.
Ist das Kind älter, spielt es schon länger oder besucht es die Musikschule, lohnt der Wechsel zur Hammermechanik — etwa V9N.
Volle 88 Tasten, auch zum Anfang
Im ersten Jahr nutzt ein Kind vor allem die Mitte der Tastatur, es lockt also, etwas Kleineres zu kaufen. Das ist eine Scheinersparnis — eine verkürzte Tastatur beginnt genau dann zu begrenzen, wenn das Lernen Früchte trägt.
Bankhöhe — das am häufigsten Übergangene
Das ist einer der wichtigsten Punkte dieses Ratgebers, weil er am häufigsten übergangen wird.
Ein Kind auf einem Küchenstuhl sitzt zu tief. Um die Tasten zu erreichen, hebt es die Schultern und krümmt den Rücken. Nach zwanzig Minuten schmerzt der Nacken, und nach einem Monat „hat es keine Lust zu spielen".
Die Unterarme sollten ungefähr parallel zum Boden verlaufen und die Füße aufliegen — reichen sie nicht bis zum Boden, lohnt eine Fußbank. Die Bänke HS1K, HS1B und HS1W sind fürs Spielen gemacht, anders als ein gewöhnlicher Stuhl.
Kopfhörer — Ruhe für das ganze Haus
Ein Kind übt dann, wenn es Lust hat, und nicht dann, wenn es im Haus still ist. Ohne Kopfhörer wird das Spiel zur Quelle von Spannungen: „leiser", „nicht jetzt", „Papa arbeitet".
Ein Kopfhörerausgang beseitigt diesen Widerstreit. Es lohnt, ohrumschließendeKopfhörer zu wählen, bequemer bei längerem Spiel, und auf maßvolle Lautstärke zu achten.
Finden die Stunden zu Hause statt, nützen zwei Ausgänge — Lehrkraft und Schüler hören dasselbe. Sie haben die Modelle V9NB, V10NB und V11B.
Metronom, aber klug genutzt
Das Metronom ist für die Arbeit an gleichmäßigem Tempo unentbehrlich, für ein Kind kann es jedoch zur Quelle von Frust werden. Die Regel ist einfach: erst langsam und genau, dann schneller. Das Metronom soll helfen, nicht hetzen.
Spiel zum Playback — der beste Weg, am Instrument zu bleiben
Das ist die Sache, die die Lust am Üben am stärksten hebt. Das Spiel zu einer fertigen Begleitung klingt „nach Musik" und nicht nach Übung, und das Kind kehrt lieber ans Instrument zurück.
Die Modelle V5 haben 206 Begleitungen und 80 Demonstrationsstücke, die Modelle V9, V10 und V11 — 160 Begleitungen und 60 Stücke. Dazu kommt Bluetooth Audio: Das Kind kann ein Playback vom Handy über die Lautsprecher des Pianos wiedergeben und dazu spielen, ganz ohne Kabel.
Lern-Apps
Apps können das Üben in ein Spiel mit Punkten und Fortschritten verwandeln. Damit die App jedoch sieht, was das Kind spielt, muss das Instrument Bluetooth MIDI unterstützen — eine andere Funktion als Bluetooth Audio.
Die gesamte Reihe Versoni unterstützt beide Betriebsarten. Der Umfang der Möglichkeiten hängt von der jeweiligen App, ihrer Fassung und dem System des Geräts ab.
Aufnahme — sie zeigt den Fortschritt
Eine Aufnahme von vor einem Monat neben die heutige gestellt ist der beste Beweis, dass Üben Sinn hat. Für ein Kind, das den Fortschritt von Tag zu Tag nicht sieht, kann das sehr anspornen.
Wo das Instrument hingehört
Nicht ins Kinderzimmer, „damit es nicht stört", wenn das Spiel hinter geschlossener Tür in Einsamkeit bedeutet. Jüngere Kinder üben lieber, wenn jemand in der Nähe ist und die Ergebnisse hört.
Wichtiger ist jedoch, dass das Instrument spielbereit dasteht — ohne Stühle wegzurücken und Dinge von der Tastatur zu räumen. Jedes Hindernis verkürzt die Übezeit.
Was zu vermeiden ist
- Ein Instrument „auf Zuwachs" mit sehr schwerer Tastatur, wenn das Kind sechs ist.
- Ein Spielzeug-Keyboard mit kleinen Tasten — es schult falsche Handproportionen.
- Die Zahl der Klänge als Vorzug zu nehmen — das Kind klickt sie am ersten Tag durch und kehrt zum Flügel zurück.
- Druck am Instrument. Das Gerät soll helfen, der Rest ist keine Frage des Einkaufs mehr.
Zusammenfassung
Für ein Kind zählen vier Dinge am meisten: eine Tastatur, die nicht ermüdet, eine Bank in passender Höhe, Kopfhörer und die Möglichkeit, zum Playback zu spielen. Sie entscheiden darüber, ob das Lernen ein Vergnügen wird oder eine Pflicht.
Die Modelle, Bänke und vollständigen Spezifikationen finden Sie in der Abteilung Digitalpianos.
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