Wie stellt man ein Digitalpiano zu Hause auf, damit es gut klingt?
Dasselbe Instrument klingt an zwei Stellen desselben Zimmers verschieden. Praktische Hinweise zu Wandabstand, Raumakustik, Lautstärke und Arbeit mit Kopfhörer.
Wer ein Digitalpiano kauft, vergleicht meist lange die Angaben und stellt das Instrument dann dorthin, wo gerade Platz frei ist. Dabei kann die Aufstellung den Klang stärker verändern als der Unterschied zwischen zwei Modellen.
Die gute Nachricht: Man muss das Zimmer nicht akustisch anpassen. Ein paar Entscheidungen genügen.
Die Wand hinter dem Instrument arbeitet wie ein Bassverstärker
Die meisten Digitalpianos haben nach unten oder nach hinten gerichtete Lautsprecher. Der Klang wird also von Wand und Boden zurückgeworfen, bevor er Ihre Ohren erreicht.
Je näher an der Wand, desto stärker der Bass. Die Aufstellung in der Ecke verstärkt ihn noch weiter — und meist zu sehr, denn der Klang wird dröhnend und trüb.
Praktische Regel: Rücken Sie das Instrument etwa eine Handspanne von der Wand ab und meiden Sie die Ecke. Erdrückt der Bass weiterhin, rücken Sie weiter ab. Klingt es dünn — rücken Sie näher.
Das ist die günstigste Klangregelung, die Sie zur Verfügung haben, und eine Viertelstunde wert.
Auch der Boden zählt
Laminat und Fliesen werfen den Schall zurück, wodurch der Klang scharf und glasig geraten kann. Ein Teppich unter Instrument und Bank mildert das deutlich.
Bei nach unten gerichteten Lautsprechern verändert ein Teppich den Klangcharakter am stärksten — probieren Sie beide Fassungen, bevor Sie meinen, das Instrument „klinge eben so".
Leeres oder möbliertes Zimmer
Ein Raum mit nackten Wänden, ohne Vorhänge und Teppich, verlängert den Nachhall und verwischt Einzelheiten. Ein Bücherregal, Vorhänge und gepolsterte Möbel wirken wie eine natürliche akustische Anpassung.
Es geht nicht darum, den Raum zu dämmen, sondern darum, die Reflexionen zu streuen. Ein gewöhnliches möbliertes Wohnzimmer eignet sich zum Spielen besser als ein leerer Salon.
Bankhöhe — häufiger vernachlässigt als die Akustik
Die Unterarme sollten ungefähr parallel zum Boden verlaufen, und die Handgelenke dürfen nicht unter die Ebene der Tasten sinken. Ein zu niedriger Sitz zwingt zum Heben der Schultern, ein zu hoher — zur Arbeit allein aus den Fingern.
Ein Küchenstuhl hat fast immer die falsche Höhe und eine Lehne, die zum Krummsitzen einlädt. Eine Klavierbank ist keine Stilzugabe, sondern ein Teil der Ergonomie.
Im Angebot sind die Bänke HS1K, HS1B und HS1W in Ausführungen, die zu den Gehäusen der Versoni-Pianos passen.
Lautstärke: leiser heißt genauer
Die natürliche Versuchung ist, lauter zu drehen, weil es eindrucksvoller klingt. Das Problem: Bei großer Lautstärke verlieren Sie die Kontrolle über die Dynamik — alles klingt kräftig, und die Unterschiede zwischen piano und forte verwischen.
Stellen Sie den Pegel so ein, dass leises Spiel wirklich leise ist. Dann arbeiten Sie an der Dynamik und nicht nur an den Noten.
Auch die Leistung des Systems ist zu bedenken. Die Modelle V9N, V10NB und V11B haben 2 × 12 W und einen DSP 16 × 24 Bit, behalten also auch bei niedrigem Pegel ein ruhiges Ausklingen — im V5N ist das System mit 2 × 10 W etwas bescheidener.
Kopfhörer — eine eigene Arbeitsweise
Im Kopfhörer hört man Dinge, die im Zimmer entgehen: ungleichmäßige Anschläge, zufälliges Nachklingen, unsauberes Loslassen des Pedals. Das ist ein sehr gutes Werkzeug für die Arbeit an Einzelheiten.
Einige Hinweise:
- Wählen Sie ohrumschließendeKopfhörer, keine In-Ear-Hörer — bei längerem Üben sind sie weit bequemer.
- Stellen Sie keine hohe Lautstärke ein; im Kopfhörer übertreibt man leicht.
- Finden die Stunden zu Hause statt, nützen zwei Kopfhörerausgänge — die Modelle V9, V10 und V11 haben sie.
Was bei der Aufstellung zu meiden ist
- Direkte Sonne — sie trocknet das Gehäuse aus und bleicht es.
- Nähe zur Heizung — große Temperaturschwankungen bekommen keinem Möbel.
- Enge Durchgänge — ein Instrument, an dem man sich vorbeidrängen muss, beginnt bald zu stören.
- Ein „vorläufiger" Platz — ein Piano, in der Ecke hinter dem Schrank versteckt, wird nicht mehr benutzt.
Aufstellung und tägliches Üben
Das wichtigste Kriterium ist überraschend prosaisch: Das Instrument sollte dort stehen, wo man sich hinsetzen und ohne jede Vorbereitungspielen kann. Jedes Hindernis — einen Deckel abnehmen, einen Stuhl rücken, ein Kabel anschließen — verringert die Zahl der Minuten an der Tastatur.
Ist der Platz knapp, lohnt der Blick auf Konstruktionen, die für solche Bedingungen entworfen sind. V10NB hat einen schließbaren Deckel, der die Tastatur schützt, und das V11B verwandelt sich nach dem Einschieben der Tastatur in ein Möbel mit voller Arbeitsfläche.
Zusammenfassung
Von der Wand abrücken, die Ecke meiden, einen Teppich legen, die Bank auf die richtige Höhe stellen und leiser spielen, als der Reflex es eingibt. Das sind fünf Dinge, die nichts kosten und vom ersten Tag an zu hören sind.
Die Modelle und ihre Angaben vergleichen Sie in der Abteilung Digitalpianos.
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