Worauf beim Kauf eines E-Drum-Sets achten?
Meshpads, Zonen, Hi-Hat und Modul — worauf beim Kauf wirklich zu schauen ist, damit das Instrument nicht in der Zimmerecke endet.
Die meisten Ratgeber beginnen beim Budget. Wir beginnen bei etwas anderem, denn genau hier fällt am häufigsten die falsche Entscheidung: damit, was das Instrument in einem Jahr für Sie sein wird.
Ein Set, „zum Ausprobieren" gekauft, das billigste überhaupt, landet meist nach drei Monaten in der Ecke — nicht, weil die Lust am Spielen verging, sondern weil das Spielen darauf unbequem war. Es folgen die Dinge, die wirklich darüber entscheiden, ob ein Instrument benutzt wird.
Pads: Mesh statt Gummi
Das ist der wichtigste einzelne Punkt. Gummi ist hart, laut und ermüdet die Handgelenke. Ein Meshfell lässt den Stock ähnlich zurückspringen wie ein echtes Fell, ist leiser und erlaubt, die Spannung nach eigenem Geschmack einzustellen.
Wenn Sie sich aus dem ganzen Text eines merken sollten: Kaufen Sie kein Set mit Gummipads an Snare und Toms.
Zonen, also wie viele Klänge ein Pad hat
Ein Einzonen-Pad kann nur einen Schlag. Ein Zweizonen-Pad unterscheidet Fellmitte und Rand, Sie spielen also Rimshot und Cross Stick. Ein Dreizonen-Becken unterscheidet zusätzlich die Kuppe.
Zum Üben von Rudiments genügt eine Zone. Zum Spielen von Stücken nicht. In den Sets Black Hawk Pulse ist die Snare dreizonig, die Toms haben aktive Ränder, und die Becken reagieren auf das Dämpfen mit der Hand.
Hi-Hat: Pad oder echter Ständer
Eine Hi-Hat am Rack mit getrenntem Pedal ist günstiger und braucht weniger Platz. Eine Hi-Hat auf eigenem Ständer verhält sich wie am akustischen Set — Sie spüren den Widerstand, steuern den Öffnungsgrad, stellen die Höhe nach sich ein.
Wenn Sie mit Blick auf den Umstieg auf ein akustisches Set oder auf Proben spielen, lohnt der Aufpreis für die Ausführung mit Ständer, also Pulse VH oder Pulse Pro VH.
Modul: Achten Sie auf die Anschlüsse, nicht auf die Zahl der Klänge
Hersteller rühmen sich gern Hunderter Schlagzeugsets im Speicher. In der Praxis nutzt man drei, vielleicht vier. Wichtiger ist anderes:
USB-/MIDI-Ausgang — ohne ihn schließen Sie das Set nicht an den Computer an und nutzen keine Programme wie EZdrummer. Heute ist das Standard, prüfen lohnt sich trotzdem.
Line-Eingang oder Bluetooth — um ohne zusätzliches Mischpult zum Playback vom Handy zu spielen.
Getrennte Ausgänge — sie nützen erst beim Spiel auf der Bühne, am Anfang braucht man sie nicht.
Das Rack, an das niemand denkt
Ein dünnes, wackliges Rack kann die Freude am Spielen mehr verderben als mittelmäßige Samples. Das Set muss bei kräftigem Schlag stabil stehen und nicht über den Boden „wandern". Prüfen Sie auch, ob sich Höhen und Winkel auf Ihre Statur einstellen lassen — das Instrument passt sich dem Spieler an, nicht umgekehrt.
Was im Lieferumfang steckt
Eine banale Sache, die die Rechnung um einige Hundert verändern kann. Zum Spielen brauchen Sie außerdem Hocker, Kopfhörer und Stöcke. In unseren Pulse-Sets liegen sie im Karton, in vielen Angeboten der Konkurrenz nicht.
Möglichkeit zum Ausbau
Ein gutes Set erlaubt es, ein weiteres Becken oder Tom zu ergänzen, wenn der Bedarf entsteht. Das ist weit günstiger als der Austausch des ganzen Instruments — deshalb ist das Pulse Pro mit zusätzlichem Crash und viertem Tom mitunter die vernünftigere Wahl als ein Grundset mit dem Plan, alles später nachzukaufen.
Häufige Fragen
Wie viel muss man für ein vernünftiges Set fürs Zuhause ausgeben?
Die reale Schwelle, unterhalb derer Kompromisse beginnen, die sich auf die Lust am Spielen auswirken, liegt bei etwa zweitausend Złoty für ein Komplettset mit Meshpads. Darunter bekommt man meist Gummipads und ein wackliges Rack.
Wie viele Pads braucht ein Anfänger?
Snare, drei Toms, Bassdrum, Hi-Hat, Crash und Ride — also die übliche Anordnung. Auf einem solchen Set spielen Sie praktisch jedes Rock- oder Popstück. Ein zweites Crash und ein viertes Tom sind Komfort, keine Notwendigkeit.
Lohnt der Aufpreis für ein besseres Modul?
Wenn Sie über den Computer aufnehmen wollen — nicht unbedingt, denn Sie werden ohnehin die Klänge aus dem Programm nutzen, und das Modul dient als Controller. Spielen Sie ausschließlich über Kopfhörer, hört man ein besseres Modul jeden Tag.
Für ein Kind gleich ein gutes Set kaufen?
Besser ein ordentliches Komplettset als das billigste „für den Anfang". Auf einem guten Instrument übt ein Kind länger und lieber, und wenn die Begeisterung nachlässt, lässt sich Gerät aus einer bekannten Serie problemlos verkaufen.
Kann ich ein Set vor dem Kauf ausprobieren?
Wenn Sie die Möglichkeit haben — es lohnt sich immer, sich hinzusetzen und zu spielen. Achten Sie auf den Rücksprung des Stocks von der Snare, die Stabilität des Racks bei kräftigem Schlag und darauf, wie bequem die Hi-Hat steht.
Die Kriterien aus diesem Beitrag lassen sich am leichtesten anwenden, wenn Sie konkrete Modelle nebeneinander vergleichen — sehen Sie sich die E-Drum-Sets und ihre vollständigen Spezifikationen an.
