Lohnt sich ein E-Drum-Set?
Der häufigste Anruf klingt ungefähr so: „Ich wohne im Mehrfamilienhaus, mein Sohn möchte Schlagzeug spielen, und der Nachbar hat schon einmal an die Heizung geklopft. Lässt sich das irgendwie lösen?“
Es lässt sich lösen, aber nicht so, wie die meisten es sich vorstellen. Im Folgenden beschreiben wir, was Elektronik wirklich löst und was nicht — ohne Schönfärberei, denn ein Instrument nach zwei Wochen zurückzuschicken macht niemandem Freude.
Leise, aber nicht lautlos
Mesh-Pads dämpfen den Schlag auf die Stärke eines sanften Klopfens — aus dem Nebenzimmer bei geschlossener Tür ist er kaum zu hören. Das Problem ist jedoch nicht der Schall in der Luft, sondern die Schwingung über den Boden. Die Fußmaschine auf dem Bassdrum-Pad erzeugt ein Poltern in der Decke, und genau das hört die Nachbarin unter Ihnen — nicht die Stöcke.
Deshalb fragen wir als Erstes nach dem Boden und der Bauart des Hauses. Im Altbau mit Holzdielen müssen Sie ein Podest oder eine dicke Matte unter dem Set einplanen. Im modernen Bau mit Estrich auf Dämmung reicht die Matte meist aus. Das sind rund fünfzig Euro, die viel Ärger ersparen.
Wie viel Platz es braucht
Ein wohnzimmertaugliches Set passt auf etwa 120 × 100 cm — ungefähr die Fläche eines Schreibtischs mit Stuhl. Das Rack lässt sich in wenigen Minuten zusammenklappen, aber ehrlich gesagt macht das kaum jemand täglich. Gehen Sie besser von Anfang an davon aus, dass das Instrument dauerhaft in einer Zimmerecke steht.
Was in der Kiste liegt
Hier unterscheiden sich die Angebote wirklich. Bei vielen bedeutet „Set“ nur Rack und Pads — um tatsächlich zu spielen, müssen Sie noch Hocker, Kopfhörer und Sticks kaufen, was schnell ein paar hundert Euro dazuschlägt.
Bei unseren Black Hawk Pulse-Sets sind Hocker, Kopfhörer und Sticks dabei — auspacken, aufbauen, am selben Abend spielen. Wenn Sie statt eines Pads am Rack ein echtes Hi-Hat-Stativ möchten, gibt es dasselbe Set als Pulse VH. Wer schon etwas länger spielt, vermisst meist ein zweites Crash und ein viertes Tom — dann sind das Pulse Pro oder das Pulse Pro VH, das beides vereint, die sinnvollere Wahl.
Was Elektronik nicht ersetzt
Wir tun nicht so, als verhielte sich ein Beckenpad wie Bronzeblech. Ein akustisches Becken reagiert unterschiedlich auf Schläge auf Rand, Kuppe und verschiedene Punkte der Fläche, und sein Ausklingen hängt von Kraft und Winkel ab. Pads bilden das immer besser ab, aber wer zehn Jahre hinter sich hat, spürt den Unterschied in der ersten Minute.
Dasselbe gilt für die Snare: Auf einem akustischen Set ist der Unterschied zwischen einer zarten Ghost Note und einem festen Schlag enorm und im Klangbild hörbar, nicht nur in der Lautstärke. Das Modul gibt diesen Unterschied vereinfacht wieder.
Elektronik gewinnt dafür überall dort, wo ein akustisches Set schlicht unmöglich ist — und das trifft auf die meisten Wohnungen zu.
Wann wir davon abraten
Wenn Sie ein eigenes Haus, einen Keller oder eine Garage haben und niemand sich am Lärm stört, kaufen Sie ein akustisches Schlagzeug. Für dasselbe Geld bekommen Sie ein Instrument, das besser klingt und Technik ohne Kompromisse vermittelt. Elektronik ist dann sinnvoll, wenn Ruhe, Platz oder das Spielen nach zweiundzwanzig Uhr eine Bedingung sind und kein Bonus.
Häufige Fragen
Hören die Nachbarn mich, wenn ich mit Kopfhörern spiele?
Sie hören die Bassdrum, wenn Sie über jemandem wohnen und das Set direkt auf dem Estrich steht. Eine Dämmmatte oder ein Podest mit Gummipuffern verringert das so weit, dass es im typischen Wohnblock kein Problem mehr ist. Stöcke und Pads selbst sind durch eine Wand praktisch nicht hörbar.
Kann man auf einem E-Drum-Set „richtig“ spielen lernen?
Ja, mit einer Einschränkung: Beckentechnik und Snare-Dynamik sollten Sie von Zeit zu Zeit auf einem akustischen Set überprüfen — etwa im Unterricht oder in der Probe. Rudiments, Unabhängigkeit der Gliedmaßen, Timing und Notenlesen üben Sie auf einem E-Set genauso gut, und Metronom sowie Aufnahmefunktion sind im Modul eingebaut.
Kann ich es an den Computer anschließen?
Ja, über USB. Das Modul sendet MIDI, sodass Sie Software wie EZdrummer oder Superior Drummer ansteuern und Spuren in jeder DAW aufnehmen können. Das ist tatsächlich der häufigste Grund, aus dem Leute, die zu Hause aufnehmen, zum E-Drum-Set greifen.
Wie lange halten Mesh-Felle?
Mesh ist ein Verschleißteil, ähnlich wie ein Fell auf einem akustischen Set. Bei einer Stunde Spiel am Tag tauschen Sie es meist alle paar Jahre; der Wechsel selbst dauert wenige Minuten und kostet ein paar Euro pro Pad.
Lohnt sich ein gebrauchtes Set?
Das kann sich rechnen, achten Sie aber auf das Modul — es ist das teuerste Teil und am schwersten zu reparieren. Eine Alternative sind Ausstellungsstücke: Sie tragen leichte Gebrauchsspuren, kommen aber mit voller Garantie und Service, sodass das Risiko ungleich geringer ist als bei einem Kleinanzeigenkauf.
Womit fange ich an, wenn es das erste Instrument im Haus ist?
Mit einem Komplettset samt Zubehör und einer Matte darunter. Hocker und Kopfhörer einzeln zu kaufen kommt am Ende meist teurer als ein Set, in dem schon alles enthalten ist.
